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Ermittlung der Rentenlücke

Um eine ungefähre Vorstellung zu bekommen, wie viel Geld im Alter fehlen könnte, muss zunächst eine Bestandsaufnahme gemacht werden. Die Deutsche Rentenversicherung Bund verschickt ein Mal pro Jahr an alle Bundesbürger über 27 Jahren, die mindestens fünf Jahre lang in die Rentenversicherung eingezahlt haben, eine Information. Aus dieser geht hervor, mit welcher Rente im Alter zu rechnen ist – vorausgesetzt an den derzeitigen Einkommensverhältnissen ändert sich bis dahin nichts.

Auf der Rückseite dieses Schreibens findet man im Kleingedruckten die Angabe, wie viel Kaufkraft die auf der ersten Seite bezifferte Rente im Jahr des Rentenbeginns haben wird, wenn bis dahin eine Inflation von 1,5 % pro Jahr unterstellt wird. Diese Inflation erscheint mir aber nicht besonders realistisch, man sollte vielmehr der Berechnung 2,5 % pro Jahr zugrunde legen.

Dabei ist bei dieser Berechnung die Steuer noch gar nicht mit berücksichtigt, die dann auf die Rentenzahlung fällig ist, ebenso wenig die Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung.

Je nachdem, wie viel Zeit noch bis zum Rentenbeginn bleibt, muss man mit satten Abschlägen von mehr als 50 % rechnen.

Auch Anbieter von Betriebs- und Riester-Rente sowie Kapitallebens- bzw. Rentenversicherungen verschicken jährlich eine Übersicht mit den zu erwartenden Erträgen im Alter. Jedoch ist hierbei die steuerliche Situation bei Auszahlung sowie der Kaufkraftverlust ebenfalls nicht berücksichtigt.

Den voraussichtlichen „Netto“-Einnahmen im Alter müssen nun die möglichen Ausgaben gegenüber gestellt werden.

Klafft nun noch immer eine Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben, so muss mehr vorgesorgt werden. Dabei haben die Jüngeren einen entscheidenden Vorteil: Sie können die Zeit und somit auch Zins und Zinseszinsen für sich arbeiten lassen. Wer beispielsweise monatlich 100 Euro zu einem Zinssatz von 3 % anlegt, besitzt nach 30 Jahren immerhin 58.014 Euro. Dabei beläuft sich die angesparte Summe auf gerade einmal 36.000 Euro – der Rest sind Zins und Zinseszinsen. Bei einem Zinssatz von 6 % ergeben sich bereits 100.559 Euro. Das zeigt, dass es Sinn macht, nicht nur in festverzinsliche Produkte, sondern auch in fondsgebundene Lösungen zu investieren.

Bei Renten- und Lebensversicherungen gibt es sowohl die klassische als auch die fondsgebundene Variante. Wichtig ist bei fondsgebunden Produkten, dass eine ausreichend große Auswahl an Fonds bzw. Anlagestrategien sowie ein Ablaufmanagement zur Sicherung der Erträge gegen Ende der Ansparphase hin angeboten werden. Die Skandia sorgt beispielsweise mit dem sogenannten Portfolionavigator dafür, dass das Portfolio über die gesamte Laufzeit mehrmals jährlich den aktuellen Marktgegebenheiten angepasst wird, analog der gewählten Risikostruktur. Auch die Stuttgarter Versicherung bietet neben einem großen Anlageuniversum ein solides, gut durchdachtes Ablaufmanagement an.

Neu auf dem Markt sind innovative Altersvorsorgeprodukte, die gute Renditechancen und Absicherungsmechanismen vereinen. Besonders interessant sind die Allianz PrivatRente IndexSelect und Inora LIFE Diamant 8 (weitere Ausführungen dazu siehe Rubrik Aktuelles: Innovative Rentenversicherungsprodukte vom 09.02.09).

Wer sich nicht langfristig an ein Produkt binden möchte, kann auch in einen Fondssparplan mit einem klassischen internationalen Aktienfonds z.B. M&G Global Basics Fund oder einen gut strukturierten Dachfonds z.B. Multi Invest OP investieren.

Als Faustformel gilt: Wer sein Geld zu 5 % verzinst angelegt hat, kann pro 100.000 Euro 416 Euro monatlich ein Leben lang entnehmen, ohne dass das Geld verbraucht wird. Unterstellt man, dass das Geld nach 10 Jahren verbraucht sein darf, so kann man aus einer Summe von 100.000 Euro, die ebenfalls mit 5 % verzinst sind, monatlich 1.055 Euro entnehmen.

Mit Einführung des Alterseinkünftegesetzes ist es jedoch nicht mehr möglich, die Altersvorsorge im Do-it-yourself-Verfahren zu betreiben. Es sind qualifizierte Berater gefragt, die mit geeigneten unabhängigen Berechnungsprogrammen die wirkliche Rentenlücke ermitteln und mit dem Kunden zusammen die geeigneten Produkte aus dem 3-Schichten-Modell ermitteln. Es gibt keine globalen Lösungen mehr, sondern Individualität ist gefragt. Wer heute sein Rentenprodukt nur im Hinblick auf die Ablaufleistung auswählt, ist komplett falsch beraten.

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