Aufgrund der Veröffentlichung des Diskussionsentwurfes für das „Gesetz zur Stärkung des Anlegerschutzes und Verbesserung der Funktionsfähigkeit des Kapitalmarktes“ durch das Bundesministerium des Finanzen (BMF)Anfang Mai 2010 kam es unter den Anlegen von Offenen Immobilienfonds zu großer Unsicherheit und das positive Mittelaufkommen drehte ins Negative. Aus diesem Grunde waren einige offene Immobilienfonds gezwungen, die Rücknahme der Anteilsscheine zum Schutz der Anleger vorübergehend auszusetzen.
Jetzt zeichnen sich immer deutlichere Konturen ab, wie die Regulierung durch das BMF aussehen soll: in den ersten zwei Jahren nach Einzahlung sollen die Anleger nur maximal 5000 E€ pro Monat aus dem Fonds abziehen dürfen. Damit soll verhindert werden, dass institutionelle Anleger auf einen Schlag Summen in Millionenhöhe abziehen und dieser somit wieder in eine Schieflage kommt, wie die Tageszeitung „Die Welt“ berichtet hat.
„Das nun geplante Gesetz sieht im Grundsatz vor, dass Anleger die Fondsanteile mindestens zwei Jahre halten müssen. Im dritten und vierten Jahr werden dann gestaffelte Abschläge fällig – frei sind von Anfang an monatlich 5000 Euro. Erst ab dem fünften Jahr soll die Rückgabe der Fondsanteile die Investoren dann nichts mehr kosten.“, schrieb die Welt.
In Branchenkreisen hieß es weiter, dass die im Frühjahr diskutierte pauschale Abwertung des Immobilienvermögens vom Tisch sei. Es seien aber häufigere Bewertungen vorgesehen. Für Altanleger würde sich nichts ändern. Eine Stellungnahme seitens des BMS steht jedoch noch aus.
Nichts desto trotz handelt es sich bei Offenen Immobilienfonds (OIFs) um eine Anlagekategorie, die im Portfolio das Risiko reduzieren und damit das Chance-Risiko der Vermögensanlage verbessern. Das gilt auch heute noch, obwohl sich im Zuge der weltweiten Finanzmarktkrise die durchschnittliche langfristige Rendite deutlich verringert hat und auch einige Fonds die Anteilsscheinrücknahme aufgrund mangelnder Liquidität wiederholt aussetzten mussten.
Eine Studie, die im Auftrag des BVI (Bundesverband Investment und Asset Management) erstellt wurde, zeigt, das man mit einer Beimischung von OIFs bei gleichem Renditeziel das Risiko um 18 – 21 % senken kann. Im Vergleich zum europäischen Aktienmarkt (DJ Stoxx 600) von Januar 1990 bis Ende April 2010 konnten die während diesen Zeitraum bestehenden OIFs nicht nur während aller Börsenkrisen positive Erträge erzielen, sonderten erwirtschafteten im Durchschnitt auch insgesamt eine höhere Rendite. Der optimale Anteil von OIFs am Portfolio eines wenig risikobereiten Anlegers liegt – so wurde in der Studie ermittelt – bei 18 %, während für den Investor mit höherer Risikoneigung nur 13 % ausreichen.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass OIFs auch heute nach wie vor einen wichtigen Bestandteil in einem diversifiziertem Portfolio für Privatinvestoren darstellen.
06.09.2010
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