Das globale Wachstum hat zwar nachgelassen, ist aber bei Weitem nicht zusammengebrochen. Die laufende Berichtssaison in Deutschland und den USA verlief bisher deutlich besser als erwartet. Dies spiegelt sich aber am Aktienmarkt bisher kaum wider.
Die Zentralbanken stecken in der Zwickmühle. Dennoch geben sie der Inflationsbekämpfung derzeit die Priorität. Der hohe Ölpreis lies die Verbraucherpreise in der EU im Vergleich zum Vorjahr um 4 % ansteigen, was der höchsten Steigerungsrate seit 14 Jahren entspricht.
Deutschland erscheint - wirtschaftlich gesehen - gut positioniert. Innerhalb der EU zeigen sich heterogene Tendenzen. In den USA sehen die Analysten trotz fallender Häuserpreise, schwachem Konsums, anhaltender Finanzkrise und hohen Ölpreises erste Erholungstendenzen. Vom schwachen US-Dollar profitiert vor allem die Exportindustrie.
In den Schwellenländern hält das hohe Tempo im Wachstumsdauerlauf an, wie das chinesische BIP-Wachstum von 10,1 Prozent im zweiten Quartal 2008 zeigt. Doch auch hier drücken steigende Verbraucherpreise auf den privaten Konsum und das Wachstum, doch strukturelle Verbesserungen lassen sie nach wie vor attraktiv erscheinen. In Ländern wie China oder Indien besteht jedoch die akute Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale.
Verglichen mit der letzten großen Schwächephase zwischen 2000 und 2003 sind Aktien insgesamt attraktiv bewertet. Die Krise im Finanzsektor wird nicht über Nacht verschwinden, doch die Aufsichtsbehörden minimieren gekonnt die systemischen Risiken. Anleihen sollte man in erster Linie auf Grund der Inflationssorgen meiden.
Das Säbelrasseln zwischen den USA und dem Iran hat den Ölpreis künstlich verteuert. Die Korrektur hat bereits begonnen.
Das Verhältnis USD/EUR dürfte in seiner Handelsspanne verharren. Die Hauptwährungen befinden sich in einem stabilen Rahmen.
August 2008
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