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Gedämpfte Aussichten an den Börsen für 2010

Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen

- Mark Twain

Seit dem März-Tief steigen die Aktienmärkte rund um den Globus. Kursgewinne von 50 %  und  mehr  waren nicht außergewöhnlich. Nicht nur mit Aktien, auch mit Renten und Rentenfonds konnten die Anleger 2009 zufrieden sein. Heile Welt, denn fast alles ging nach oben, nur der Dollar fiel. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn die US-Notenbank hat zur Bewältigung der Finanzkrise den Geldhahn so weit aufgedreht wie nie zuvor. Historische Renditetiefs für Geldmarktanlagen waren die Folge. Anleger sind auf diese Weise gezwungen, renditeträchtigere Anlagen für ihr Vermögen zu suchen und wurden bei Unternehmensanleihen, Hochzinsanleihen, Aktien und Rohstoffen fündig. 

Aber nun stellt sich  zum Jahresende mal wieder die Frage: wie geht es im nächsten Jahr weiter?

Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten noch eine Weile anhält, wenn es den Notenbanken und den Regierungen weiter gelingt, über Geldmengenausweitung, Steuersenkungen und Ausgabenprogramme billiges Geld zu erzeugen. Spätestens sobald die US-Notenbank beginnen wird, die riesigen Liquiditätsberge wieder einzusammeln, sprich die Zinsen wieder anzuheben, sollte sich das nicht nur auf den US-Dollar, sondern auch auf die Finanzmärkte auswirken, allerdings mit entgegengesetzten Vorzeichen: Der Dollar wird dann wohl steigen, Aktien, Unternehmensanleihen, Rohstoffe etc. dürften eher in die Bredouille geraten.

Der über Jahrzehnte aufgelaufene hohe Verschuldungsgrad in den Volkswirtschaften der Industrieländer macht es immer schwerer, die derzeit extrem expansive Geldpolitik ohne Wachstumseinbrüche zurückzufahren. Dies ist allerdings notwendig, um mittel- bis langfristig einen Inflationsschub und eine erneute Blasenbildung an den Finanzmärkten zu vermeiden. Bei solchen Bremsmanövern sind gleichzeitig kräftige Kurseinbrüche an den Börsen unvermeidlich.

Die Krise hat die strukturellen Schwächen in den Volkswirtschaften der etablierten Industriestaaten gnadenlos aufgedeckt. Zeitgleich ist jedoch sichtbar geworden, dass mit den Schwellenländern die weltwirtschaftlichen Konjunkturlokomotiven der Zukunft bereits unter Dampf stehen. Diese Länder können mit ihrer Wettbewerbsfähigkeit, ihren zumeist gesunden Staatsfinanzen, positiven Leistungsbilanzen und höheren Wachstumsraten punkten.

Ist die Krise wirklich überwunden?

Bis Mitte November konnten die Börsen Höchststände erklimmen, doch Ende November kehrte die Unsicherheit kurzfristig zurück, da Dubai um Zahlungsaufschub für zwei seiner Staatskonzerne bat. Die Chancen stehen gut, dass es sich tatsächlich um ein aufloderndes Strohfeuer gehandelt hat und kein Sturz zurück in die globale Finanzkrise war, denn die Golfstaaten verfügen über genügend Reserven, um einen Flächenbrand zu vermeiden.          

Fazit: Die Krise ist noch lange nicht überwunden. Solange jedoch der Dollar fällt, droht an den Finanzmärkten kaum Ungemach. Doch wehe der Wind dreht, dann könnte es ungemütlich werden. Die Entwicklung des Greenbacks sollte folglich jeder Anleger im Auge behalten. Die Aussichten für die Börsen im kommenden Jahr sind also eher gedämpft.

15.12.2009

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