Eine Dread-Disease-Police versichert das Risiko von vorher klar definierten schweren Krankheiten wie z.B. Schlaganfall, Herzinfarkt, Krebs, Multiple Sklerose. In Deutschland werden derzeit diese Policen von drei Versicherern angeboten (Skandia, Canada Life und Gothaer). Die versicherten Leistungen der einzelnen Anbieter variieren jedoch. Prinzipiell gilt: wer ein Leiden bekommt, das in seiner Police fehlt, geht trotz Beeinträchtigung leer aus.
Die vereinbarte Summe – bei Privatpersonen meist zwischen 100.000 € und 200.000 € - erhält der Versicherungsnehmer als Einmalbetrag unmittelbar nach der Diagnose. Das Geld soll ihm ausreichend finanziellen Spielraum geben, um beispielsweise aus gesundheitlichen Gründen beruflich kürzer zu treten, beste medizinische Versorgung und Rehabilitation zu erhalten, notwendige Umbaumaßnahmen (Haus, Wohnung, Auto) vorzunehmen, die Absicherung der Familie sowie bestehender Vermögenswerte sicherzustellen und gegebenenfalls die Immobilienfinanzierung abzusichern.
Diese Versicherung ist nicht nur für Privatpersonen geeignet. Wenn nämlich eine wichtige Person im Unternehmen schwer erkrankt, kann das sehr kostspielig werden. Immer mehr Firmen schließen deshalb für ihre Manager eine Dread-Disease-Versicherung ab, um sich gegen die finanziellen Folgen von Ausfällen der Partner und Mitarbeiter in Schlüsselpositionen abzusichern.
Die Anbieter betonen, dass es leichter ist, eine Dread-Disease-Versicherung zu bekommen als eine Berufsunfähigkeitsversicherung, weil die stärksten Ausschlussgründe für einen Berufsunfähigkeitsschutz, nämlich Rückenschmerzen und psychische Probleme, überhaupt keine Rolle spielen. Natürlich zahlt die Versicherung auch nicht für diese Erkrankungen. Gerade diese Erkrankungen sind es aber, die einen Großteil der Berufunfähigkeitsrenten begründen.
Dread-Disease-Policen machen den Berufsunfähigkeitspolicen immer mehr Konkurrenz. Für mittelständische Unternehmer, Anwälte, Architekten, Ärzte oder Manager etc. macht eine klassische Absicherung über eine Berufsunfähigkeitspolice nur teilweise Sinn, denn die Erfahrung zeigt, dass Selbständige und Freiberufler nach überstandener schwerer Erkrankung wie Herzinfarkt oder Bypass-Operation ihre Berufstätigkeit wieder aufnehmen. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung würde in diesem Falle die monatliche Rentenzahlung sofort einstellen. Tatsächlich ist aber gerade dann Geld für Umorganisation oder Umbauten nötig. Zudem zahlt die Dread-Disease-Versicherung sofort nach Diagnose der Krankheit.
Eine Dread-Disease-Versicherung kann keine Berufsunfähigkeitsversicherung ersetzen. Sichert erstere den Versicherten gegen schwere Erkrankungen ab, so leistet die Berufsunfähigkeitsversicherung nur bei Frühinvalidität. Um optimale Absicherung zu erhalten, sollte man beide Versicherungen abschließen. Welcher Kompromiss im Zweifel der beste ist, hängt immer vom Einzelfall ab.
Seite bookmarken bei:
Impressum | Rechtliche Hinweise | Barrierefreiheit
© Copyright 2004-2009 Silvia-Fischer-Finanz | Finanzberaterin, Finanzberatung
Lena-Christ-Straße 2, 82031 Grünwald bei München. Alle Rechte vorbehalten.