Im ersten Quartal 2010 stellte der Verlauf an den globalen Aktienmärkten für viele Anleger erneut eine große Überraschung dar. Die erhoffte Fortsetzung der Rallye wurde im Januar und Februar durch eine kräftige Konsolidierung ausgebremst. Nicht unberechtigt wurde die Nachhaltigkeit der konjunkturellen Erholung in Zweifel gezogen.
Wie aus dem Nichts und trotz der schlechten Nachrichtenlage und hoher Verunsicherung setzten die Börsen im März zu einer kräftigen Gegenbewegung an, die viele Aktienindices auf neue Jahreshöchststände anhob.
Der April ist – wenn man die Statistik betrachtet – der beste Börsenmonat nach dem Dezember. So hätte es auch dieses Jahr werden können, wenn da nicht das alles dominierende Thema Griechenland wäre. Vom Beitritt Griechenlands und anderer zur Eurozone, über das Wegschauen der europäischen Institutionen, was das Zahlenwerk und das permanente Überschreiten der Maastricht-Kriterien betrifft, bis hin zur jetzt anstehenden Rettungsaktion: es handelt sich um politische Entscheidungen, die auch einer politischen Lösung bedürfen. Mit ökonomischen Sachverstand hat das nicht viel zu tun.
Weltwirtschaft gewinnt an Fahrt
Die Weltwirtschaft trat Ende 2008 voll auf die Bremse, so dass es in fast jeder Branche zu einem Erliegen der Nachfrage kam. Die Nachfrage wurde jedoch nur aufgeschoben und aktuell haben wir es mit den Aufholeffekten zu tun. Diese Nachfrage trifft nun auf eine Unternehmenslandschaft, die durch extreme Kosteneinsparungen sehr effizient geworden ist.
So konnten mehr als 80 Prozent der Unternehmensergebnisse im ersten Quartal 2010 die Erwartungen übertreffen. Auch der IFO-Geschäftsklimaindex in Deutschland signalisiert Hochkonjunktur. Die Weltwirtschaft nimmt so langsam wieder Fahrt auf. Begünstigt wird das durch das extrem günstige Zinsumfeld in den westlichen Industrienationen bei nach wie vor kaum vorhandener oder zumindest in naher Zukunft kaum steigender Inflation.
Belastungen und Verunsicherungen rühren aktuell vor allem von politischer Seite: Griechenland und das Grundsatzproblem „Euro“, der „Schauprozess“ gegen Goldmann Sachs, um den Boden für die geplante Finanzmarktreform zu bereiten usw.
Wie soll man sich als Investor verhalten?
In diesem positiven fundamentalen Umfeld sollen Investoren Korrekturen nutzen, um die Aktienquoten aufzubauen. Das Aufwärtspotential ist noch nicht ausgereizt. Dennoch muss man genau beobachten, ob die positive Stimmung nicht zu einem „Überschießen“ an den Märkten und damit verbunden zu zwischenzeitlichen deutlichen Rückschlägen führt.
Zu bevorzugen sind flexible Fondsmanager, die aktiv die Investitionsquoten bewegen, die absichern können oder einen selektiven Investmentansatz umsetzten. Investments in Anleihen sollten nur noch in ausgesuchte Unternehmensanleihen und sehr aktiv gemanagte Rentenfonds erfolgen. Ausgesuchte „Absolute-Return-Fonds“ und qualitativ hochwertige offene Immobilienfonds eignen sich ebenfalls zur Verbesserung der defensiven Rendite.
03.05.2010
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